Office ProPlus auf Terminalserver

In meinem Beitrag zur Verteilung von Office ProPlus-Apps bin ich schon kurz auf die Möglichkeiten eingegangen, die Microsoft den Administratoren für die Softwareverteilung an die Hand gibt. Bei der Installation von ProPlus auf normalen Arbeitsplätzen sind normalerweise keine großen Hürden zu erwarten. Es ist allerdings wichtig zu wissen, dass das auf Server-Betriebssystemen anders aussieht. Microsoft erkennt, ob es sich um ein Client- oder ein Server-Betriebssystem handelt. Bei Server-Betriebssystemen wird logischerweise davon ausgegangen, dass es sich um einen Terminalserver handelt, der von mehreren Benutzern benutzt wird.

Ganz davon abgesehen möchte der Administrator das ProPlus hier nicht auf die gleiche Art und Weise lizensieren wie auf einem normalen Client. Wir erinnern uns: im Office 365 bewegen wir uns mit einer User Subscription License (USL), die einer realen Person direkt zugeordnet ist. Mit einer USL kann man 5 Geräte pro Geräteklasse abdecken, also maximal 15 Geräte. Wenn nun ein Benutzer ausschließlich über Terminalserver arbeitet und jeden Morgen bei der Anmeldung auf einem der bspw. 30 Terminalserver landet, so hat er nach der fünften Aktivierung auf jeweils einem anderen Server seine Aktivierungszahl erreicht. Beim sechsten Aktivierungsversuch wird der Benutzer also scheitern bzw. muss online seine Aktivierungen zurücksetzen. Nicht schön.

Speziell für diesen Einsatzzweck hat Microsoft in der Erstellung der Configuration.xml den Property-Tag “SharedComputerLicense” vorgesehen. Über diesen Tag installiert man Office ProPlus auf einem Terminalserver und die Lizenzen der USL werden nicht hochgezählt. Der Tag wird im Rahmen der XML-Erstellung einfach hinzugefügt. Microsoft hat eine sehr gute Gesamtübersicht aller zugelassenen Tags inkl. Beschreibung veröffentlicht (Link). Der Effekt, dass die 5 Geräteklassen somit voll sind, bleibt also aus.

Wer aus Versehen auf einem Terminalserver bei der Installation die falsche XML-Datei benutzt hat, muss nun aber nicht die ganze Installation von vorne durchspielen. Der in der XML-Datei benutzte Property-Tag ist letztendlich nur ein einfacher Registry-Key, der auch durch manuellen Eingriff gesetzt werden kann und genau so funktioniert: HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Office\15.0\ClickToRun\Configuration, REG_SZ “SharedComputerLicensing”, Value “1”.


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