Exchange Hybrid - Eine saubere Lösung (1/2)

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Der klassische Workload, den ein Unternehmen in die Cloud verlagert, ist oft das E-Mail-System. Server vor Ort kosten Geld, Ressourcen, Wartungsaufwand und Know-How. Bei Exchange Online sorgt Microsoft dafür, dass genügend Kapazitäten vorhanden sind und das System insgesamt skaliert, wenn ein Wachstum stattfindet. Plump ausgedrückt: „Ich habe 500 Benutzer, die auf einem Exchange Online Server arbeiten. Wenn ich nun über Nacht weitere 500 Leute einstelle, muss ich mir keine Gedanken machen — Microsoft stellt einfach einen weiteren Server daneben und ich bemerke davon gar nichts.“ Ganz so ist es natürlich nicht, aber bezogen auf ein selbst betriebenes Rechenzentrum ist der Vergleich durchaus erlaubt.

Bei einer Migration steht — neben den obligatorischen Rahmenparametern wie Bedienbarkeit, Sicherheit usw. — auch die Benutzererfahrung im Vordergrund. Der Benutzer soll möglichst wenig davon merken und ihm soll es eigentlich egal sein, ob er mit seinem Outlook-Client nun auf den selbstbetriebenen Exchange Server oder auf den Exchange Online Dienst zugreift. Wenn man im eigenen Rechenzentrum einen Exchange Server ab Version 2013 oder neuer betreibt, dann sind die Weichen für einen Hybridbetrieb bereits gestellt und die „sauberste“ Lösung kann eingerichtet werden.

Bei der Planung eines Hybrid-Betriebs gibt es immer zwei Varianten:

  1. Der Hybrid-Betrieb wird eingerichtet und der MX-Eintrag wird auf Office 365 / Exchange Online eingestellt
  2. Der MX-Eintrag bleibt so wie er ist und der Exchange Online erweitert den lokalen Exchange Server

Ich bin ein sehr großer Fan der zweiten Variante — denn es gibt immer irgendwelche Stolpersteine, die man bei einer Umstellung nach Variante eins vergessen hat. Damit meine ich nicht normale Benutzerpostfächer, sondern z.B. SMTP-Mailer wie Scanner, Benachrichtigungssysteme usw.. Sofern der Scanner, der eine PDF-Datei per Mail verschicken möchte, keine Authentifizierung unterstützt (welche bei Exchange Online zwingend erforderlich ist), kann dieser bei Variante 1 keine Scans per rausschicken. Von diesen Beispielen gibt es erfahrungsgemäß eine ganze Menge, die auch im Vorfeld identifiziert werden können. Daher ist Variante 2 eine schöne Sache, denn ich kann direkt mit der Migration von Postfächern starten (Fleißarbeit) und mich nebenbei oder im Anschluss mit den anderen Problemen beschäftigen.

Die größten Vorteile beim Hybridbetrieb nach Variante 2:

Übrigens: bei einer Hybrid-Bereitstellung ist ein lokaler Exchange-Verwaltungsserver lizenzfrei. Wenn man also nur einen Exchange Server hat und keinen Cluster, dann muss dieser bei der nächsten Verhandlungsrunde mit Microsoft nicht mehr berücksichtigt werden, sofern dieser keine Postfächer mehr hält.

Im nächsten Artikel dieses Zweiteilers geht es darum, wie der Hybrid-Betrieb im Hintergrund technisch funktioniert!

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