Die Wahl der richtigen Lizensierung

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Spätestens nach Ablauf der Testlizenzen (max. 30 + 60 Tage) steht der Office 365-Admin vor der Entscheidung, über welche Quelle die User lizensiert werden sollen.

Microsoft bedient in der O365-Lizensierung eigentlich alle klassischen Lizensierungswege: egal ob Enterprise Agreement, Open-Vertrag oder klassische Subscription — alles ist möglich und die verschiedenen Bezugsarten sind beliebig miteinander kombinierbar. In letzter Zeit macht der Begriff „CSP“ im IT-Umfeld die Runde — daher möchte ich hier mal kurz skizzieren, was dahinter steckt und welche Vorteile das Modell bietet.

Bei einer klassischen Microsoft-Vertragsvariante ist Microsoft auch der primäre Abrechnungs- und Supportpartner. Geld fließt also direkt an Microsoft — im Gegenzug werden Lizenzen im O365 aktiviert und können den Benutzern zugeordnet werden. Es gibt bei „normalen“ Subscriptions eine Rechnung aus Irland, im Rahmen von Enterprise Agreement sind die Lizenzen direkt an den Vetrag gekoppelt. Die Subscriptions, die direkt im Office 365-Portal über Kreditkarte gekauft wurden, haben eine Laufzeit von 12 Monaten - Laufzeiten mit 1 Monat sind zwar buchbar, aber dementsprechend teurer. Wenn nun neue Lizenzen bestellt werden müssen, fängt die Laufzeit bei diesen Lizenzen erneut bei 12 Monaten an. Flexibilität sieht anders aus. Auch beim Enterprise Agreement bin ich erst einmal mit meiner Lizenzzahl für die Dauer der Vertragslaufzeit sehr unflexibel.

CSP bedeutet „Cloud Solution Provider“. Microsoft verkauft hierbei die Lizenzen für einen geringeren Preis an festgelegte Partner, die wiederum verpflichtet werden, den Service zu „veredeln“. Am Ende kommt also die gleiche Dienstlizenz (bspw. eine E3-Lizenz) dabei raus — allerdings bietet der CSP oft noch eigenen Support oder eine vereinfachte, deutsche Rechnung an. In der Gestaltung der angebotenen Zusatzleistungen sind die CSP’s relativ frei und auch die Preisgestaltung ist offen gestaltet. Oft orientieren sich die CSP-Preise aber stark an den offiziellen Preisen.

Das Interessanteste ist aber: einige CSP’s bieten den Kunden an, nicht an eine feste Laufzeit gebunden zu sein bzw. monatlich die Lizenzmenge hoch- und herunter zu setzen. Dadurch entsteht eine enorme Flexibilität, die Microsoft alleine so nicht bietet. Das soll nicht heißen, dass CSP-Lizenzen die Lösung für alle Probleme sind, denn im Einzelfall muss man immer abwägen und jede Vertragsform einzeln beurteilen. Denn die Kosten für Office 365-Enterprise-Pläne sind in einem EA-Vertragskonstrukt oft von den Konditionen unschlagbar.

Für kleinere Unternehmen, die keinen Lizenzvertrag mit Microsoft haben, ist CSP auf jeden Fall eine gelungene und oft sehr sinnvolle Alternative zur Lizenzbeschaffung.

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