Skype for Business ist tot - lang lebe Teams!

Microsoft hat es lange schon angekündigt und die momentane Strategie ist klar: alles soll in Microsoft Teams als Social Collaboration Platform "unter einen Hut" gebracht werden. Die Folge: Unternehmen, die bisher auf Skype for Business Online setzen, stellen sich zurecht die Frage ob ein Migrationszwang besteht und falls ja, wie eine Migration aussehen kann. In diesem kurzen Artikel möchte ich einen kleinen Überblick und Orientierung geben.

 

Die Roadmap

Wer sich die Microsoft Roadmap zu Teams anschaut, der wird schnell merken, dass dort wichtige Funktionen und Kernfunktionen von SfB Online bereits eingeflossen sind und in der Zukunft weiterhin einfliessen werden (https://www.microsoft.com/de-de/microsoft-365/roadmap?rtc=1&filters=Microsoft%20Teams). Interessant ist, dass neue Office 365-Kunden mit weniger als 500 User, die einen Tenant nach Oktober 2018 registriert haben, von SfB Online gar nichts mehr sehen. Als "Fragment" taucht es zwar noch in der entsprechenden Lizensierung auf, aber nutzbar ist es nicht mehr. Das macht die Intention von Microsoft klar und beantwortet implizit die Frage, ob nun SfB Online oder Teams genutzt werden soll. Alles verlagert sich Richtung Teams.

Diese Verlagerung bringt natürlich einige Vorteile mit sich: das Arbeiten wird agiler, Inhalte sind schneller und geordneter im Zugriff. Es herrscht keine Verwirrung mehr zwischen "Standalone-Plannern", Office 365 Gruppen (die ursprünglich in Exchange auftauchten) und losen SharePoint-Seiten (die manuell als Favoriten aufgerufen werden mussten). Die Teams-"Hülle" ordnet das Ganze in einen thematischen Kontext und überzeugt dabei durch eine gewisse Aufgeräumtheit. Die "legacy"-SfB-Online-Funktionalitäten sind hier sicherlich nur ein kleiner Teil, der durch Teams abgebildet wird, um den Usern den Umstieg auf eine einheitliche Plattform zu ermöglichen.

Was sind nun aber die Möglichkeiten der Administration? Zum Einen hat Microsoft noch keine verbindliche Aussage dazu getroffen, wann genau SfB Online eingestellt wird. Mit der On-Premises Serverversion hat Microsoft gerade ein Update 2019 herausgebracht, welches mind. bis 2029 weiter supported wird. Allerdings gibt es keine Installation für Teams, die On-Premises eingesetzt werden könnte. Man munkelt, dass Ende des Jahres 2019 eine Migration von SfB Online zu Teams immer mehr erzwungen wird, insbesondere durch die Reduzierung des Funktionsumfangs auf SfB Online-Seite oder - wie bei Office 365 üblich - durch das Anbieten von Exklusivfunktionen, die nur noch unter Teams verfügbar sind.

 

Die Konsequenz: Migration!

Meine Empfehlung ist daher, sich konsequent auf die Migration vorzubereiten und diese auch durchzuführen. Im Gegensatz zur reinen Migration von SfB-Funktionen zu Teams muss hier der Bogen etwas weiter gespannt werden. Wie bereits erwähnt ist Teams viel mehr als nur eine SfB-Online-Kopie. Wenn die User zukünftig Teams nutzen sollen, um die bekannten Funktionen Chat, Audio/Video und Conferencing nutzen zu können, sind einige Funktionen mehr verfügbar, die administriert werden wollen. Ich denke daran, dass jeder normale User bis zu 250 Teams erstellen und selbst administrieren kann, wenn dies nicht beschränkt wird. Die IT freut sich... ;-)

Betrachtet man eine Migration von SfB Online zu Teams, so folgt diese dem folgenden groben Ablaufplan (tiefergehende Infos unter https://www.microsoft.com/de-de/microsoft-365/roadmap?rtc=1&filters=Microsoft%20Teams):

  • Rahmenbedingungen für Microsoft Teams vorab klären: welche Funktionen sollen möglich sein? Inwiefern wird der User eingeschränkt in dem, was möglich ist? Welche Cloud-Speicherbereiche lasse ich zu? Welche 3rd-Party-Apps lasse ich zu? Gebe ich Templates vor, damit alle Teams gleich gestaltet sind? Wende ich eine Namenskonvention an? Etc...
  • User über den Umstieg informieren: dies sollte ruhig recht- und frühzeitig passieren. Microsoft bietet hier integrierte Mechanismen - die Benachrichtigung, dass da bald ein Update kommt, wird dann direkt durch den Skype-Client dargestellt.
  • Koexistenz-Modus festlegen: werden alle User gleichzeitig (bspw. an einem Wochenende) oder in Phasen migriert? Dementsprechend muss der Koex-Modus festgelegt werden (sog. "Islands" vs. "Teams only").
  • Umstellung der User und Sperre der SfB-Client-Anmeldung: über PowerShell werden die User so konfiguriert, dass der IM-Client ausschließlich Teams ist. Beim Start des SfB-Clients erhält der User dann eine freundliche Mitteilung, dass die Organisation auf MS Teams umgestellt hat und er doch bitte die neue Plattform nutzen soll.
  • Ggf. Umstellung bzw. Neuanbindung des Phone Systems, sofern bereits Festnetztelefonie mit SfB Online genutzt wurde.

 

Für eine weitergehende Architektur- und Implementierungs-Planung stehen die Experten der PRO DV AG gerne zur Verfügung! Kontakt und weitere Infos gibt es unter prodv.de.


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